Balkonkraftwerk auf Ost und West aufteilen — sinnvoll?
Oft ja: je ein Modul nach Ost und West senkt zwar die Mittagsspitze, verteilt die Erzeugung aber auf Morgen- und Abendstunden — genau dann, wenn in den meisten Haushalten Verbrauch anfällt. Da beim Balkonkraftwerk nur der Direktverbrauch spart (Einspeisung ist unvergütet), schlägt das breitere Profil die reine kWh-Summe der Südausrichtung häufig bei der tatsächlichen Ersparnis.
Warum weniger Summe mehr Ersparnis sein kann
Ein Süd-Set konzentriert die Erzeugung auf 11–15 Uhr — Stunden, in denen berufstätige Haushalte oft nur Grundlast haben; der Überschuss verschenkt sich ins Netz. Ost/West produziert ab dem frühen Morgen (Kaffeemaschine, Homeoffice-Start) bis in den Abend (Kochen, Fernseher) — mehr Watt treffen auf realen Verbrauch. Zusätzlich bleibt die kombinierte Leistung öfter unter der 800-W-Grenze des Wechselrichters, sodass weniger gekappt wird als bei zwei Süd-Modulen gleichzeitig im Peak. Die Süd-Ausrichtung gewinnt dagegen bei hoher Mittags-Grundlast (Homeoffice, Dauerverbraucher) oder wenn ein Speicher-Set den Überschuss puffert.
Was du tun kannst
- Dein Tagesprofil ehrlich einschätzen: Wann bist du zu Hause, wann laufen Geräte? Morgens/abends → Ost/West; mittags → Süd.
- Beide Varianten in der Prognose durchspielen: Konfiguration einmal als Süd, einmal als Ost/West rechnen lassen und die Stundenprofile neben deinen Tagesablauf legen — die Entscheidung fällt in fünf Minuten auf Zahlen statt Bauchgefühl.
- Montagerealität prüfen: Ost/West braucht zwei geeignete Flächen (Balkonecken, Wand+Geländer); Kabelwege und Halterungen vorab klären.
- Nach dem Aufbau eine Woche messen und mit der Prognose vergleichen — so siehst du sofort, ob Verschattung eine der beiden Seiten entwertet.
Vollständiger Leitfaden: balkonkraftwerk-ertrag-berechnen