Wie viel spart ein Balkonkraftwerk mit 800 W wirklich?
Realistisch liefert ein 800-W-Balkonkraftwerk (mit ~800–1000 Wp Modulen) in Deutschland 500–800 kWh im Jahr — aber sparst du nur den Teil, den du im Moment der Erzeugung selbst verbrauchst; der Rest fließt unvergütet ins Netz. Bei typischen 60–80 % Direktverbrauch ergeben sich je nach Strompreis grob 100–200 € Ersparnis pro Jahr — solide, aber weniger, als mancher Prospekt mit „bis zu”-Zahlen suggeriert.
Warum die Prospektzahl selten stimmt
Die Rechnung „800 kWh × Strompreis” unterstellt, dass jede erzeugte kWh eine gekaufte ersetzt. Real erzeugt das Gerät mittags 300–600 W — läuft dann nur Kühlschrank und Router (100–200 W Grundlast), geht der Rest verschenkt ins Netz. Entscheidend ist also die Deckung zwischen Erzeugungs- und Verbrauchsprofil: Homeoffice, mittags kochende Haushalte und Dauergeräte (Aquarium, Klimagerät) holen viel raus; die morgens-abends-Wohnung deutlich weniger. Ausrichtung wirkt doppelt: Ost/West verschiebt die Erzeugung in Anwesenheitszeiten (eigene Antwort dazu).
Was du tun kannst
- Grundlast messen (Steckdosen-Messgerät oder Smart-Meter-Blick nachts): Sie ist dein garantierter Direktverbrauch — liegt sie bei 150–250 W, ist die Basis-Ersparnis sicher.
- Verbrauch in die Sonne legen: Spülmaschine und Waschmaschine mittags statt abends starten — jede verschobene kWh zählt voll. Die Stundenprognose (Volcast rechnet auch Balkon-Konfigurationen) zeigt am Vorabend das beste Fenster.
- Ehrlich nachrechnen statt schätzen: Nach 4 Wochen Zählerstand vergleichen (Bezug vorher/nachher bei ähnlichem Wetter) — das ist deine echte Quote.
- Anmeldung nicht vergessen: Marktstammdatenregister ist Pflicht, dafür ist die Anmeldung inzwischen stark vereinfacht.
Vollständiger Leitfaden: balkonkraftwerk-ertrag-berechnen