Was ist die P(U)-Kennlinie (Volt-Watt) und sollte ich sie aktivieren?

Die P(U)-Kennlinie (Volt-Watt) lässt den Wechselrichter die Einspeiseleistung stufenlos reduzieren, wenn die Netzspannung steigt — z. B. ab 250 V — damit die 253-V-Grenze und die harte Abschaltung gar nicht erst erreicht werden. Wenn dein Wechselrichter wegen Überspannung abschaltet, macht ihre Aktivierung meist den Unterschied zwischen wenigen Prozent Verlust und Dutzenden.

Warum das funktioniert

Eine harte Abschaltung bedeutet null Einspeisung für Sekunden bis Minuten, viele Male am Tag — und nach der Wiederzuschaltung steigt die Spannung sofort wieder. Die lineare Reduktion arbeitet anders: Der Wechselrichter speist z. B. 85–95 % ein, die Spannung stabilisiert sich knapp unter der Grenze, die Produktion läuft durch. Du gibst etwas Spitzenleistung ab, verlierst aber keine ganzen Produktionsfenster. P(U) und Q(U) sind in der VDE-AR-N 4105 vorgesehen — das ist eine normkonforme Standardfunktion, kein Trick.

Was du tun kannst

  1. Im Log prüfen, ob Überspannung die Ursache ist (Overvoltage-Codes an sonnigen Mittagen). Die Kennlinie hilft genau dagegen — nicht gegen andere Fehler.
  2. Installateur um Aktivierung nach den Vorgaben deines Netzbetreibers bitten — die Parameter sind oft in den Anschlussbedingungen festgelegt. Bei einem pauschalen „geht nicht” nach schriftlicher Begründung fragen; meist finden sich die Einstellungen dann doch.
  3. Schwellen nicht selbst nach Gefühl setzen — ein zu niedriger Startpunkt drosselt die ganze Saison ohne Not.
  4. Die Meldung an den Netzbetreiber trotzdem abschicken — die Kennlinie begrenzt deine Verluste, die Ursache bleibt das Netz.
  5. Wirkung messen: Wochen vor/nach der Aktivierung vergleichen — Abschaltungen sollten fast verschwinden, der Tagesertrag steigen.

Vollständiger Leitfaden: pv-ertragsprognose