Warum schaltet der Wechselrichter an sonnigen Tagen ab?
In den allermeisten Fällen schaltet der Wechselrichter ab, weil die Netzspannung über die zulässigen 253 V steigt — und er sich dann normgerecht (VDE-AR-N 4105) vom Netz trennen muss. Das ist kein Defekt deiner Anlage, sondern ein überlastetes Ortsnetz, in das mittags die ganze Nachbarschaft gleichzeitig einspeist.
Warum das passiert
Jede einspeisende Anlage hebt die Spannung an ihrem Netzpunkt leicht an. Hängen an einem Trafostrang viele PV-Anlagen, steigt die Spannung an sonnigen Mittagen über die Grenze (230 V +10 % = 253 V). Der Wechselrichter überwacht sie permanent, trennt sich bei Überschreitung mit Überspannungsfehler, wartet, verbindet neu — und das Spiel wiederholt sich, teils dutzendfach am Tag. Jede Trennung kostet kWh genau in den ertragreichsten Stunden.
Das Muster ist eindeutig: Abschaltungen an sonnigen Tagen zwischen 11 und 15 Uhr, keine an bewölkten, im Log Fehlercodes wie „Grid Overvoltage”.
Was du tun kannst
- Logs exportieren — Datum, Uhrzeit und gemessene Spannung jeder Abschaltung. Das ist dein Beweismaterial.
- Spannung auch abends messen — liegt sie ohne PV-Einspeisung über der Norm, ist das Netzproblem noch leichter nachweisbar.
- Überspannung dem Netzbetreiber melden (nicht dem Stromanbieter) — wie das wirksam geht, steht in der eigenen Antwort zum Melden von Überspannung.
- Installateur auf die P(U)-Kennlinie ansprechen — sanfte Leistungsreduktion statt harter Abschaltung; Details in der Antwort zur P(U)/Volt-Watt-Kennlinie.
- Verluste beziffern: Der Vergleich der realen Produktion mit der Prognose für deine Anlage zeigt, wie viele kWh durch Abschaltungen fehlen — eine solche Zahl macht deine Beschwerde beim Netzbetreiber deutlich schwerer abzuwimmeln.
Vollständiger Leitfaden: pv-ertragsprognose