Speicher nachts mit Billigstrom laden oder Platz für die Sonne lassen?

Die Regel: Reicht die morgige Ertragsprognose, um den Speicher zu füllen — nicht nachts laden; reicht sie nicht — in den günstigsten Stunden exakt die fehlende Differenz nachladen. Ein starres „ich lade immer nachts, ist ja billig” verdrängt den kostenlosen Mittagsüberschuss ins Netz zur Einspeisevergütung; ein starres „nie aus dem Netz” lässt dich an trüben Abenden mit leerem Speicher sitzen.

Warum die Prognose entscheidet, nicht die Überzeugung

Nachtladung und Sonnenüberschuss konkurrieren um dieselbe Kapazität. Ein nachts mit Billigstrom gefüllter Speicher nimmt den morgigen Überschuss nicht mehr auf — und der Überschuss ist immer billiger (kostenlos) als selbst das günstigste Tarif-Tal. Umgekehrt am trüben Tag: Es kommt kein Überschuss, und die teure Abendspitze muss gedeckt werden. Dazu kommen ~10–15 % Wandlungsverluste, an denen das Modell „nachts kaufen, tags einspeisen” fast immer scheitert — die Einspeisevergütung ist zu niedrig. Sinnvoll ist nur „billig kaufen, selbst verbrauchen in der teuren Spitze” — und nur dann, wenn die Sonne das nicht ohnehin gratis erledigt.

Was du tun kannst

  1. Abends zwei Zahlen prüfen: die Ertragsprognose für morgen (Volcast zeigt Energie morgen und die Überschussstunden) und die Preise/Zeitfenster deines Tarifs.
  2. Prognose ≥ Speicherkapazität + Tagesverbrauch: nichts tun, die Sonne übernimmt.
  3. Prognose darunter: Defizit berechnen (Kapazität − erwarteter Überschuss) und die Nachtladung nur auf diesen Wert im günstigsten Fenster setzen.
  4. Nach 2 Wochen Handbetrieb automatisieren: In Home Assistant ist das eine bedingte Automation auf dem Prognosesensor — ab dann fällt die Entscheidung jeden Abend von selbst.
  5. Monatlich die Abrechnung mit dem Szenario „ohne Regel” vergleichen — die Differenz ist das beste Argument, dabei zu bleiben.

Vollständiger Leitfaden: speicher-laden-netz-oder-sonne