PV-Überschussladen — das E-Auto mit Sonnenstrom laden

Das E-Auto ist der größte Verbraucher im Haushalt — eine Ladung (20–60 kWh) übersteigt oft den Tagesverbrauch des restlichen Hauses. Genau deshalb ist es der größte Hebel: Jede kWh, die aus dem Überschuss statt aus dem Netz kommt, spart die volle Differenz zwischen ~8 ct Einspeisevergütung und 30–40 ct Netzpreis. Der Haken: Ein Auto lädt nicht mit „ein bisschen” — und da beginnt die Planung.

Das Schwellenproblem

Einphasig lädt ein E-Auto minimal mit ca. 1,4 kW (6 A), üblich sind 3,7 kW, dreiphasig 11 kW. Eine 8-kWp-Anlage liefert im April-Mittag vielleicht 6 kW — davon zieht das Haus 0,5–1 kW Grundlast. Der reale Überschuss liegt oft bei 3–5 kW: genug zum Laden, aber nur, wenn du das Fenster triffst. Wer blind um 17 Uhr ansteckt, lädt Netzstrom.

Drei Strategien

„Sonniger Samstag”. Die einfachste: Auto steht am Wochenende, die Prognose zeigt 30+ kWh — anstecken im Prognose-Peak, Ladeleistung an den erwarteten Überschuss angepasst (z. B. 3,7 kW für 4–5 Stunden). Braucht nichts außer einer Wallbox mit einstellbarer Leistung.

Mischstrategie. Unter der Woche lädt das Auto nachts im günstigen Tariffenster nur „bis zur Pendelreichweite” — das Vollmachen wartet auf den nächsten starken PV-Tag. Der abendliche Blick auf die Morgen-Prognose entscheidet, wie viel Platz du im Akku für die Sonne lässt.

Automatisches Überschussladen. Die Königsklasse: Eine Wallbox im PV-Modus (nativ oder über Home Assistant / EVCC gesteuert) moduliert den Ladestrom laufend mit dem Überschuss. Hier zahlt sich hohe Prognoseauflösung aus: Volcast liefert über die API (benötigt Premium) 288 5-Minuten-Werte pro Tag — die Automatik weiß, ob die Wolke in 20 Minuten ein kurzer Schatten oder das Ende des Fensters ist, und bricht die Session nicht unnötig ab.

Die Rechnung

10 kWh mit Sonne statt Netz geladen ≈ 2,50–3 € gespart (Differenz Netzpreis minus entgangene Vergütung). Bei 1.000 km/Monat (~170 kWh) und der Hälfte der Ladungen aus Überschuss: 25–40 € monatlich — im Sommerhalbjahr eher mehr. Dazu kommt der nicht bezifferbare Teil: Pendeln mit selbst geerntetem Strom fühlt sich einfach richtig an.

FAQ

Reicht die normale Steckdose fürs Überschussladen? Der Notlader (2,3 kW) passt sogar besonders gut zu moderaten Überschüssen — langsam, aber bei einem Auto, das tagsüber zu Hause steht, oft die effektivste Methode, den Mittagsbuckel zu verwerten.

Auto laden oder Heimspeicher füllen — was zuerst? Wenn das Auto ohnehin geladen werden muss: das Auto. Es vermeidet Doppel-Umwandlung und Speicherzyklen. Der Heimspeicher gewinnt, wenn das Auto tagsüber nicht da ist.

Ab welchem Überschuss lohnt der Ladestart? Einphasig ab ~1,4 kW dauerhaftem Überschuss; sinnvoll planbar ab ~3 kW. Die Stundenprognose zeigt dir am Vorabend, ob und wann dieses Fenster morgen existiert.