Warum ist die Stromrechnung trotz PV-Anlage hoch?
Die häufigste Ursache: du produzierst mittags und verbrauchst abends — die Einspeisung bringt nur wenige Cent je kWh, den Abendstrom kaufst du zum vollen Preis zurück. Dazu kommen Grundpreis und Netzentgelte, die unabhängig von der Produktion anfallen, sowie — seltener — Abrechnungs- oder Konfigurationsfehler. Eine hohe Rechnung bei laufender Anlage ist fast immer ein Problem der Stundenverteilung, nicht der Anlage.
Warum das passiert
Zwischen Einspeisevergütung und Bezugspreis liegt ein Faktor drei bis vier: Ein Haus mit dem Profil „morgens und abends”, das tagsüber leer steht, kann 70 % seiner Produktion einspeisen und trotzdem den Großteil seines Verbrauchs zukaufen. Die Rechnung sinkt dann weit weniger, als der Prospekt versprach — obwohl die Module vorbildlich arbeiten. Der zweite stille Posten sind verbrauchsunabhängige Kosten: Bei kleinem Restbezug machen Grundpreis und Abgaben schnell die halbe Rechnung aus.
Was du tun kannst
- Die Rechnung zerlegen: Was kostet die Energie, was Grundpreis und Netzentgelte, was bringt die Einspeisung? Erst das zeigt, wo das Geld abfließt.
- Eigenverbrauchsquote prüfen ((Produktion − Einspeisung) ÷ Produktion): unter 25–30 % = Hauptverdächtiger gefunden; Warmwasser, Wasch- und Spülgänge in die Produktionsstunden legen (die Prognose sagt, welche — 30 Sekunden am Vorabend genügen).
- Zähler und Zuordnung prüfen: Wird die Einspeisung überhaupt erfasst und korrekt vergütet? Nach dem Zählerwechsel passieren hier klassische Fehler.
- Verbrauch im Jahresvergleich ansehen — neue Wärmepumpe, Klimagerät oder E-Auto fressen eine Jahresproduktion unbemerkt auf.
- Wenn danach die Zahlen immer noch nicht aufgehen — Reklamation beim Anbieter mit Wechselrichter- und Zählerdaten.
Vollständiger Leitfaden: eigenverbrauch-erhoehen-geraete-timen