PV-Prognose in Home Assistant — Volcast vs. Forecast.Solar vs. Solcast
Ohne Ertragsprognose reagieren Heizstab, Wärmepumpe und Wallbox in Home Assistant nur auf das, was ist — nicht auf das, was kommt. Drei Prognosequellen sind verbreitet: Forecast.Solar, Solcast und Volcast. Hier der ehrliche Vergleich — ich habe alle drei selbst genutzt, bevor wir unsere eigene gebaut haben.
Der Schnellvergleich
| Forecast.Solar | Solcast | Volcast | |
|---|---|---|---|
| Modell | statistisch, vereinfacht | Satellitendaten, sehr hochwertig | physikalisch + Auto-Kalibrierung (Kalman-Filter) |
| Kalibrierung auf die Anlage | keine | begrenzt (Tuning) | automatisch, laufend |
| Kostenlos | öffentliche API mit Request-Limit | Hobby-Account mit engem Tageslimit | 2-Tage-Prognose in der App |
| Volle Prognose + API | Bezahlpläne | kommerzielle Pläne | Premium 4,49 $/Monat |
| Auflösung | stündlich | stündlich/30 min | stündlich + 5 Minuten |
| Einrichtung in HA | integrierte Integration | Community-Integration | offizielle HACS-Integration |
| Verschattungsprofil | nein | nein | ja, im Modell |
| Mobile App mit Benachrichtigungen | nein | nein | ja (iOS/Android) |
Stand Juli 2026 — Limits und Preise der Anbieter ändern sich; vor der Entscheidung aktuell prüfen.
Forecast.Solar — guter Einstieg, begrenzte Genauigkeit
Der große Vorteil: null Reibung. Die Integration ist in Home Assistant eingebaut, fünf Felder, fertig. Als Startpunkt völlig legitim.
Die Grenzen zeigen sich mit der Zeit: Das Modell ist vereinfacht und lernt deine Anlage nicht kennen. Bei ungewöhnlicher Verschattung, Ost-West-Belegung oder ein paar Jahren Degradation wird die Abweichung schnell groß — und vor allem systematisch. Eine Automation, die von einer dauerhaft zu optimistischen Prognose gefüttert wird, heizt dauerhaft mit Netzstrom.
Solcast — starke Daten, enge kostenlose Tür
Bei Satellitendaten spielt Solcast in einer eigenen Liga — die Firma bedient Solarparks und Energiehändler. Das Hobbyisten-Problem liegt woanders: Der kostenlose Account hat ein knappes tägliches Abruf-Limit, was die Update-Planung zur Denksportaufgabe macht, und Registrierung plus Einrichtung sind spürbar technischer. Eine sehr gute Quelle, wenn du mit den Limits leben kannst und keine Kalibrierung auf dein Dach brauchst.
Volcast — Physik plus ein Modell, das dein Dach lernt
Unser Ansatz kombiniert ein vollständiges physikalisches Modell (Transposition, Spektral- und Temperaturkorrekturen, Verschattungsprofil) mit Auto-Kalibrierung: Ein Kalman-Filter vergleicht Prognose und reale Produktion und justiert die Modellparameter nach. Nach zwei bis drei Wochen kennt die Prognose dein Dach — inklusive Schornsteinschatten um 15 Uhr. Auf meiner 5,2-kWp-Anlage liegt der Folgetagsfehler an sonnigen Tagen unter 10 %.
In Home Assistant bekommst du direkt: sensor.volcast_energy_today, sensor.volcast_energy_tomorrow, Live-Leistung, einen Peak-Produktions-Indikator und die Anbindung ans Energy Dashboard. Dazu 288 5-Minuten-Punkte pro Tag über die REST-API — nützlich fürs Überschussladen an der Wallbox. Fairerweise: Die API braucht Premium (4,49 $/Monat), kostenlos gibt es die 2-Tage-Prognose in der App.
Volcast in HA einrichten — 5 Schritte
- HACS öffnen → Menü ⋮ → Benutzerdefinierte Repositories.
https://github.com/volter-labs/volcast-ha-integrationals Integration hinzufügen.- Installieren klicken, Home Assistant neu starten.
- API-Key in der Volcast-App erzeugen (Premium) —
vk_.... - Einstellungen → Geräte & Dienste → Integration hinzufügen → „Volcast” → Key einfügen. Die Sensoren erscheinen automatisch.

Was für wen
Forecast.Solar — du willst in 5 Minuten „irgendeine” Prognose und hängst keine geldrelevanten Automationen dran. Solcast — du brauchst Satellitendaten der Spitzenklasse und kommst mit den Gratis-Limits aus. Volcast — du automatisierst echtes Geld (Heizstab, Wärmepumpe, Wallbox) und willst eine auf dein Dach kalibrierte Prognose plus Push-Benachrichtigung, wenn sich morgen etwas ändert.
FAQ
Kann ich zwei Prognosequellen parallel nutzen? Ja — ein beliebter Start: zwei Wochen lang beide Prognosen gegen die reale Produktion im Energy Dashboard laufen lassen und die Quelle behalten, die auf deiner Anlage weniger danebenliegt.
Verbindet sich Volcast mit meinem Wechselrichter? Nein — die Prognose entsteht aus Einstrahlungsdaten aus Wettermodellen (NWP-Ensemble) und Anlagenparametern. Die reale Produktion für die Kalibrierung kannst du manuell eintragen oder automatisch aus einem HA-Energiesensor übernehmen.
Sendet die Integration Daten über mein Zuhause? Außer den Anlagenparametern sendet die Integration nur deine reale Produktion an den Server — und das ausschließlich, wenn du die Kalibrierung aktivierst (Opt-in). Sonst nichts: kein Tracking, keine weiteren Daten.