Lohnen sich Module nach Ost-West oder auf dem Flachdach?
Ja — Ost-West liefert etwa 80–90 % des Jahresertrags einer Südanlage, streckt die Produktion dafür über mehr Tagesstunden — was den Eigenverbrauch oft stärker erhöht, als die Summeneinbuße kostet. Fast flache Montage (5–15°) kostet weitere Prozente und will öfter gereinigt werden, funktioniert aber. Das eigentliche Problem ist selten die Richtung — es ist die Verschattung.
Warum die Richtung weniger zählt als gedacht
Süd maximiert die kWh-Summe, konzentriert sie aber in eine hohe Mittagsspitze — die das Haus oft nicht verbraucht, sodass der Überschuss für die Einspeisevergütung ins Netz geht. Ost-West produziert vom frühen Morgen bis in den Abend in zwei sanfteren Buckeln — mehr Energie fällt in Stunden, in denen du sie wirklich nutzt. Da die selbst verbrauchte kWh ein Mehrfaches der Einspeisevergütung wert ist, kann die „schlechtere” Richtung das bessere finanzielle Ergebnis liefern. Nord ist eine andere Liga: 50–60 % des Südertrags — nur bei sehr günstiger Fläche ohne Alternative vertretbar.
Bei kleiner Neigung (Garagendach, Carport) einplanen: 5–10 % Verlust gegenüber optimalen ~30–35°, schlechtere Selbstreinigung (Staub, Pollen) und schwächerer Winter (flache Sonne).
Was du tun kannst
- Erst Verschattung prüfen, dann Richtung: Ein Schornstein, Baum oder Nachbargebäude, das täglich 2 Stunden nimmt, kostet mehr als jede Azimut-Entscheidung — im Zweifel hilft der Guide zur Verschattung unten.
- Beide Varianten mit der Prognose durchrechnen: Süd- und Ost-West-Konfiguration im Modell simulieren und nicht nur Summen, sondern Stundenprofile gegen dein Verbrauchsprofil legen.
- Ost-West bewusst wählen, wenn: du morgens und abends zu Hause bist, einen dynamischen Tarif hast (teure Morgen- und Abendstunden!) oder das Dach schlicht so steht.
- Auf dem Flachdach eine leichte Aufständerung mit 10–15° statt 0° erwägen — kleiner Aufpreis, spürbarer Gewinn plus Selbstreinigung.
Vollständiger Leitfaden: verschattung-pv-ertrag