Wie viel kWh pro Tag sollte eine PV-Anlage produzieren?
Faustregel für Deutschland: an einem voll sonnigen Tag liefert eine Anlage im Sommer etwa 4–6 kWh je kWp, im Frühjahr und Frühherbst 3–5 kWh/kWp, im Winter 0,3–1,5 kWh/kWp. Eine typische 8-kWp-Anlage also: 32–48 kWh an einem sonnigen Junitag, 8–20 kWh bei Wechselbewölkung, 2–5 kWh an einem trüben Dezembertag.
Warum die Spannen so breit sind
Weil „8 kWp” allein zu wenig Information ist. Der Tagesertrag hängt ab von Ausrichtung (Süd vs. Ost-West sind andere Kurven und Summen), Neigung, Verschattung, Temperatur (ein kühler Mai schlägt einen heißen Juli), Region und vor allem dem Wetter — zwei „sonnige” Tage können sich durch Dunst oder hohe Schleierwolken um 20 % unterscheiden. Der Vergleich mit dem Nachbarort oder der Prospekt-Tabelle produziert deshalb Fehlalarme in beide Richtungen.
Aufs Jahr gerechnet liefert eine gut geplante Anlage in Deutschland grob 900–1100 kWh je kWp — der härteste Benchmark, der aber 12 Monate Daten braucht.
Was du tun kannst
- Den Tag am richtigen Maßstab messen: nicht „was sollte generell sein”, sondern „was sollte heute, auf meinem Dach, bei diesem Wetter sein”. Genau das rechnet eine modellierte Prognose für deine Konfiguration — kalibriert wird sie zu deinem persönlichen Referenzwert.
- Kurvenform statt nur Summe ansehen: symmetrischer Bogen = gesund; Einbrüche zu festen Uhrzeiten = Verschattung; flaches Plateau = Kappung (eigene Antwort).
- Monate im Jahresvergleich betrachten, nicht Tag gegen Tag — Einzeltage sind zu wetterabhängig.
- Bei Mustern alarmieren, nicht bei Ausreißern: ein schwacher Tag ist Wetter; systematisch 15–20 % unter der kalibrierten Prognose über 2+ Wochen ist ein Prüfauftrag (Antwort: Anlage auf Funktion prüfen).
Vollständiger Leitfaden: pv-ertragsprognose