Wie prüfe ich, ob meine PV-Anlage richtig arbeitet?

Am kürzesten: vergleiche die reale Produktion 1–2 Wochen lang mit einer Prognose, die für genau deine Anlage gerechnet ist (Ausrichtung, Neigung, Leistung, Verschattung). Konstante Übereinstimmung innerhalb ±10–15 % = Anlage gesund. Systematische Abweichung nach unten oder wiederkehrende „Löcher” zu festen Uhrzeiten = es gibt etwas zu diagnostizieren. Vergleiche mit dem Nachbarn oder dem Prospekt sind kein Test — jedes Dach ist eine andere Geometrie.

Warum das der einzige faire Test ist

Die Produktion hängt von Wetter und Konfiguration gleichzeitig ab — ohne Modell kannst du „wenig, weil bewölkt” nicht von „wenig, weil defekt” unterscheiden. Eine physikbasierte Prognose rechnet, was deine Konfiguration bei diesem Wetter liefern sollte; die kalibrierte Variante (lernt aus deinen realen Erträgen) bildet sogar individuelle Verluste und Verschattung ab. Dann wird die Abweichung von der Prognose vom Rauschen zum Diagnosesignal — so erkennt man drosselnde Wechselrichter, defekte Optimierer oder den wachsenden Baum des Nachbarn, bevor es die Abrechnung tut.

Was du tun kannst

  1. Die Tageskurve in der Wechselrichter-App ansehen: glatter Bogen = OK; wiederkehrende Einschnitte zur selben Zeit = Verschattung; flaches Plateau = Kappung; chaotische Einbrüche bei Sonne = prüfen lassen.
  2. Spitzentest machen: kühler, wolkenloser Tag, Mittag — die Momentanleistung sollte ~75–90 % der Nennleistung erreichen (warum nicht 100 % — eigene Antwort).
  3. Prognose-Ist-Vergleich für 2 Wochen aktivieren (Volcast macht das nach Eingabe der Konfiguration automatisch; die Kalibrierung engt die Toleranz Woche für Woche ein).
  4. Erst mit Daten beim Installateur anrufen: „Produktion seit 10 Tagen 18 % unter der kalibrierten Prognose, Einschnitt täglich 14:00–15:30” ist eine Meldung, die sich nicht mit „liegt am Wetter” abwimmeln lässt.

Vollständiger Leitfaden: pv-ertragsprognose