PV im Winter — was deine Anlage wirklich liefert
Kurz gesagt: Im Winter liefert eine PV-Anlage in Mitteleuropa typischerweise 3–5 % des Jahresertrags pro Monat — der Dezember liegt oft unter 2 %, und ein trüber Dezembertag bringt aus 5 kWp gerade 0,5–1 kWh. Wenig, aber nicht nichts. Und genau deshalb zählt im Winter eine Information mehr als alles andere: welcher Tag der sonnige wird.
Reale Zahlen einer 5,2-kWp-Anlage
Die Realität, Monat für Monat: ~79 kWh im November, ~32 kWh im Dezember (kaum 1 kWh/Tag — der Jahrestiefpunkt) und ~100 kWh im Februar, sobald um den 13. der Schnee weg war. Bester Tag des Zeitraums: 12 kWh Ende Februar; die schlechtesten nahe null unter Schnee.

Die Größenordnung: November 100–150 kWh, Dezember 60–100 kWh, Januar 80–130 kWh, Februar 150–250 kWh. Aber Mittelwerte täuschen — die Winterproduktion ist extrem „klumpig”: 60–70 % des Monatsertrags fallen oft auf 5–7 sonnige Tage, der Rest des Monats dümpelt.
Warum es im Winter so wenig ist
Drei Faktoren gleichzeitig: kurze Tage (im Dezember steht die Sonne ~8 Stunden über dem Horizont), flacher Einstrahlwinkel (das Licht streift die Module, und Verschattung durch Nachbargebäude reicht weiter) und das Wetter (dichtere, häufigere Wolkendecken). Schnee spielt eine kleinere Rolle als gedacht — er rutscht von geneigten Modulen binnen ein, zwei Tagen ab, und die Albedo frischen Schnees hilft sogar leicht. Der Bonus: Kälte verbessert den Wirkungsgrad — eine frostige Sonnenstunde bringt mehr, als die Intuition erwartet.
Die Winterstrategie: Fenster fangen
Wenn sich die Produktion auf wenige Tage konzentriert, besteht das ganze Spiel darin, diese Tage voll zu nutzen: dann Wäsche, Spülmaschine, Warmwasserspeicher auf Maximum. An allen anderen Tagen wird nicht so getan, als schiene die Sonne — da plant man den Verbrauch nach Tarif, nicht nach Dach.
Zum Fenster-Fangen dient die Prognose: Die Benachrichtigung „morgen sonnig, Prognose 12 kWh” ist im November mehr wert als im Juli — der Juli verzeiht Planlosigkeit, der November nicht. Wie so eine Prognose entsteht: PV-Ertragsprognose erklärt →.
Muss man an der Anlage „etwas machen”?
Meist nein. Steilere Aufständerung hilft theoretisch, ist praktisch selten machbar und rentabel. Schneeräumen: nur gefahrlos vom Boden mit weichem Besen — und nur, wenn die Prognose eine sonnige Serie zeigt. Für einen einzelnen trüben Tag riskiert man weder Module noch Knochen.
FAQ
Produziert PV überhaupt bei bedecktem Himmel? Ja, aus Diffuslicht — je nach Wolkendichte 5–25 % der Nennleistung. Ein heller trüber Tag bringt einige kWh, ein dunkler Regentag Bruchteile.
Lohnt sich Verbrauchsverschiebung im Winter? Nur an Tagen mit echtem Überschuss — deshalb nach Prognose entscheiden, nicht nach Kalender. An trüben Tagen gewinnt das günstige Tariffenster.
Wie viel des Jahresertrags fällt auf Nov–Feb? Typisch 8–12 % zusammen. Das macht den Winter nicht egal — es macht ihn zur Saison, in der jeder Sonnentag voll genutzt werden muss.